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Von der Wichtigkeit die Verletzlichkeit anzunehmen

Als Lichtarbeiter versuche ich immer andere Seelen zu ermutigen, offen für Veränderung zu sein, ehrlich zu sich selbst zu sein und die Verletzlichkeit anzunehmen. Es ist eine gesunde und wichtige Sache, die man tun kann, wenn man sich auf einem Heilungsweg befindet.

Verletzlichkeit bedeutet, die Möglichkeit zu akzeptieren, von anderen verurteilt, kritisiert oder angegriffen zu werden, wenn man sich emotional mit all seinen Ängsten, Wunden, Gedanken und Träumen entblößt.

Dies war für mich eine furchteinflößende Sache, denn tief im Inneren hatte ich Angst für mein wahres Selbst abgelehnt zu werden, aber ich hatte den Willen, authentisch zu sein und aufzuhören etwas vorzugeben, um der Welt zu zeigen wer ich wirklich bin und die Maske, die ich getragen hab, abzunehmen.

Es kann beängstigend sein, sich einer anderen Person zu öffnen. Ich musste nicht nur lernen meine Wahrheit zu sprechen, sondern auch, sie mir selbst gegenüber zuzugeben. Letzteres war für mich schwer wegen meines fleißigen inneren Kritikers. Tief im Inneren wusste ich immer, was ich wirklich brauchte, um friedlich und voller Energie zu leben, aber ich habe es mir nicht eingestanden und deshalb folgten keine Handlungen.

Ich war zu ängstlich, um meiner Wahrheit ins Auge zu sehen und sie voll anzunehmen. Stattdessen ignorierte ich sie weiter. Ich litt im Stillen. Ok, vielleicht klingt das Wort „Leiden“ für dich extrem. Ich hatte eine gute Kindheit, nichts falsch daran, aber seit ich klein war hatte ich mich immer als Außenseiter gefühlt und hatte den Wunsch, eine andere Person zu sein, um mich einfügen zu können und den Erwartungen anderer gerecht zu werden, von denen ich dachte, sie würden sie an mich haben. Und das ist alles, was nötig ist, damit jemand in Stille leidet, auch wenn es für andere Menschen oder die Person selbst auf einer bewussten Ebene nicht offensichtlich ist. Denn es dauert eine Weile, bis du erkennst, dass du der Schöpfer deiner eigenen Realität bist, und ja, auch von deinem Leiden.

Ich trug meine Maske aus Selbstschutz. Am Anfang wusste ich es einfach nicht besser. Zu der Zeit gab es kein Internet. Ich konnte nicht einfach meine Symptome, Eigenschaften oder mein Verhalten googeln. Aber als ich schließlich einen Artikel über hochsensible Personen las, schnappte ich erstaunt nach Luft. Es fühlte sich an, als wäre ich es, über den sie schrieben. Dadurch wich ein riesiges Gewicht von meinen Schultern, denn bis dahin hatte ich gedacht, dass alle so sind wie ich, nur dass andere mit der Welt in der wir leben, einfach besser zurechtkommen. Ich wusste nicht, dass es eine biologische Erklärung hierfür gab.

Hochsensible Personen (HSPs) nehmen die Welt anders wahr als ‚normale‘ Menschen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass ihr Gehirn und ihr Nervensystem anders funktionieren. Wegen dieses biologischen Unterschieds, mit dem sie geboren wurden, sind sie sich mehr der Feinheiten bewusst und verarbeiten Informationen tiefgründiger. Dies bedeutet, dass sie dazu neigen, kreativ und einfühlsam zu sein, aber auch, dass sie anfälliger sind als andere für Stress und Überwältigung und mehr Ruhe zum wieder Aufladen und Erholen benötigen. Vielleicht werde ich in einem nächsten Beitrag darüber schreiben, wie es ist ein HSP in der heutigen Welt zu sein.

Als ich von diesem Thema erfuhr, verstand ich plötzlich, warum es mir bisher im Leben so schwer gefallen war. Indem ich meine Wahrheit anerkannte, habe ich einen weiteren Schritt in Richtung Selbsterkenntnis gemacht. Ich habe begonnen, meine Geschichte zu würdigen und den Weg der Selbstfindung zu gehen. Aber um sich meiner Wahrheit wirklich stellen und sie akzeptieren zu können, war es zuerst notwendig, die Verletzlichkeit willkommen zu heißen.

“Verletzlichkeit klingt nach Wahrheit und fühlt sich nach Mut an. Wahrheit und Mut sind nicht immer bequem, aber sie sind nie Schwäche.”

Brené Brown

Ja, Verletzlichkeit ist keine Schwäche. Es erfordert Stärke, um ehrlich zu sich selbst zu sein und zu erkennen, dass Heilung notwendig ist. Egal, was der Grund dafür ist, warum jemand Heilung bedarf, der WILLE, sich verletzlich zu zeigen ist entscheidend für ein Weitergehen auf diesem Weg. Es ist OK, sich verletzlich zu zeigen. Tatsächlich ist es notwendig für ein sinnvolleres und freudigeres Leben.

Irgendwann begann ich langsam, der Welt mein authentisches Selbst zu zeigen. Mit jedem Schritt auf meiner emotionalen Heilungsreise fühlte ich mich sicherer, Verletzlichkeit anzunehmen.

Versteht mich nicht falsch. Ich laufe nicht herum und erzähle jedem, dass ich eine hochsensible Person bin. Was wichtiger ist, ich verstehe mich selbst besser. Es geht darum mich selber zu akzeptieren, mein nicht perfektes Selbst zu lieben und mir selbst das zu geben, was ich brauche, um zu gedeihen und nicht nur zu überleben. Mich selbst zu kennen erlaubt es mir zu gedeihen, während eine Maske zu tragen reiner Überlebensmodus ist.

So fing ich an zuzugeben, was ich wirklich brauchte, um mich gut zu fühlen. Indem ich ehrlich zu mir selbst war und meinen innersten Wünschen lauschte, kamen ganz nebenbei Selbstannahme, Selbstliebe und Selbstmitgefühl hinzu, während ich gleichzeitig damit aufhörte mir Sorgen darüber zu machen, was andere Menschen denken würden – reine FREIHEIT.

Die Belohnung dafür sich verletzlich zu zeigen, ist nicht nur, sich selbst besser kennenzulernen, sondern auch ganzheitliche Gesundheit, inneres Wachstum und eine tiefere Verbindung mit sich selbst UND anderen.

“Wenn wir mehr Klarheit bei unserem Zweck oder ein tieferes und sinnvolleres spirituelles Leben wollen, ist Verletzlichkeit der Weg.”

Brené Brown

Ines Kirste

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